Heimspiel in der Fremde

Am Sonntag den 28.11. war`s dann soweit, einer alten Leidenschaft folgend, einer guten Freundin mal Eishockey näher bringen. Dank dieser Freundin waren die Karten schnell und sehr preiswert sehr früh im Vorfeld organisiert worden. Das Hessenduell Kassel-Frankfurt ist normalerweise ein Schlagerspiel und generell, ob in Kassel oder Frankfurt, ausverkauft.

Treffen an der Würstchenbude vor dem Eisstadion. Auch wenn alle Eishockeyfans untereinander ganz im Gegensatz zum Fussball sich nicht prügeln, war mit dem obligatorischen Schal der Lions etwas mulmig zumute. Der Sponsor der Karten und alle anwesenden waren Huskiesfans, aber man unterhielt sich und war einfach froher Erwartung was das kommende Spiel anging. Nachdem wir die Halle betreten hatten ersteinmal in die Championsbar, Einstiegsbier trinken. Den Schal verdeckend trank und unterhielt ich mich mit.

Auf gings in die Halle . Sitzplätze mitten unter den Anhängern der Huskies.. Erwartungsgemäß begleitete das Einlaufen der Lions ein gellendes Pfeifkonzert, warum sollte das andres als in Frankfurt sein? Jetzt alen Mut zusammen nehmen und den Schal zeigen und mich als Lionsfan orten. Merkwürdige Blicke trafen mich, aber so richtig interessierte dies keinen. Die Huskies liefen auf Eis und die ganze Halle erbebte, es erinnerte mich an schöne Zeiten in Frankfurt.

Anpfiff... Im ersten Drittel konnte man nicht erkennen das an sich hier der Tabellenletzte gegen den letzjährigen deutschem Meister spielte. Und es kam wie es kommen mußte , die Huskies ging verdienterweise in Führung. Man kann sich kaum vorstellen wie die Fans dies lautstark feierten. Und Lionsfans, von meinem Platz nichts aber auch absolut nichts zu hören. Waren überhaupt welche da?

Drittelpause, und wieder in die Championsbar; der Name war zum derzeitigen Spielstand mehr als gerecht, ein Bier trinken. Auf zur Runde zwei. Meinen Schal konnte jetzt auch jeder sehen, aber diesmal hatte ich eher das Gefühl belächelt zu werden. Im zweiten Drittel sind keine Tore gefallen, aber einige unschöne Fouls, man könnte auch sagen für einen neuen, wurde alles geboten. Riesige Stimmung war auch noch vorhanden, auch ein weiteres Tor für die Heimmannschaft wäre gerecht gewesen. Von den mitgereisten Fans der Lions hörte ich immer noch nichts.

In der Drittelpause gleiche Abfolge wie in der ersten, nur mit dem Zusatz, das Getrunkene muß ja auch mal entsorgt werden. Ich beschloss mir das letzte Drittel mit den Frankfurter Fans anzuschauen, irgendwo mußten ja welche sein! Kaum im Block angekommen trafen dann auch die Lions in das Netz der Huskies. Spätestens jetzt hätte ich den Block auch ohne großes Suchen gefunden. Die Huskies hatten an sich nicht anders gespielt als in den ersten beiden Dritteln auch, nur jetzt klappte nichts mehr. Ein zweites Tor der Lions folgte und auch die lautestens Fans der Huskies wurden ruhig. Zu diesem Zeitpunkt der Ausgleich für Kassel wäre garantiert Balsam für die Fans aus Kassel gewesen und hätte zudem auch noch für richtige Stimmung gesorgt. Leider kam es anders, und auch ich als Fan der Lions muß gestehen, das drei zu 1aus Sicht Frankfurt spiegelt nicht die Leistung der Kasselaner wieder. Aber ... Stimmung in Halle war wahrscheinlich jetzt auf dem Tiefpunkt Frankfurter Block mal ausgenommen. Und dann ertönte die Schlußsirene.

Meiner Begleiterin hatte ich an sich ein viertes Drittel versprochen, aber mit diesem, sagen wir mal ungerechten Ergebnis, war da nichts zu machen. Ein letztes Bier in der, "championsbar". Smalltalk über ein verkorkstes Spiel. Beim Bierwegtragen hörte ich einem Gespräch zu welches wahrscheinlich die ganze Situation in ein paar Worte steckt: Na ja auch in der zweiten Liga gibt es schöne Stadien! Meine Begleiterin war aber begeistert, nicht über das Spiel, aber die Stimmung und die ganze Atmoshäre, auf jeden Fall wieder ist die Kernaussage. Mein ich auch! Abschließend möchte ich noch hinzufügen: Eine DEL ohne Kassel da fehlt was...

Gez. Engel, Dez. 2004

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